Aktive – Pokalaus in Runde 3

Im wegen eines Flutlichtdefekts um 24 Stunden verschobenen Spiels der 3. Runde des Sparkassenpokals, musste unsere Mannschaft die erste Pflichtspielniederlage der Saison hinnehmen. Gegen den Saarlandligaaufsteiger Bischmisheim zog man am Ende vor gut 300 Zuschauern mit 1:2 (1:1) den Kürzeren.

Als klarer Außenseiter ging unsere Mannschaft in diese Partie, spielt der FV Bischmisheim doch satte vier Klassen höher als wir. Und ein erster Blick in die Aufstellung sollte dies noch einmal unterstreichen. Gleich mehrere Stammspieler musste unser Trainerteam aus verschiedenen Gründen ersetzen. Lars Rothe, Benedikt Hans, Michael Müller, Philipp Bruch, Daniel Philippi, Simon Fillgraff und auch Lars Wintrich waren entweder verletzt oder verhindert. Bischmisheim hingegen konnte aus dem Vollen schöpfen und war „stärker besetzt als am Samstag“, wie es ein neutraler Beobachter ausdrückte.

Und schon in den Anfangsminuten schien die Marschrichtung klar. Yannik Jungfleisch hämmerte sogleich aus spitzem Winkel auf unser Tor und David Kihl-Wiesen konnte gerade so den Ball klären. Doch nur eine Minute (3.) später klingelte es in unserem Kasten. Und wieder war es der Ur-Bübinger Yannik Jungfleisch, der eine Fußspitze eher am Ball war als sein Gegenspieler und aus vier Metern den Ball unhaltbar einnetzte.

Auch in der Folge blieb Bischmisheim am Drücker, schnürte uns fast gänzlich ohne Entlastung in der eigenen Spielhälfte ein. Und so ergaben sich eine ganze Reihe bester Torchancen für den Saarlandligisten, doch unser Torwart David Kihl-Wiesen, war nun in seinem Element. So parierte er Schüsse aus kurzer Distanz ebenso wie Schüsse vom 16er oder noch weiter. Irgendein Körperteil brachte David immer wieder an den Ball und so titschten gleich vier, fünf Bälle noch ans Aluminium und wir konnten froh sein, nicht deutlich höher zurückzuliegen. Erst nach etwa 40 Minuten schafften wir es, hin und wieder auch mal den Weg nach vorne zu finden. Und – Achtung Phrase – so kam es wie es kommen musste: Ein langer Ball landete bei Sandro Zaffino, der die hochstehende Abwehr der Gäste locker hinter sich ließ und den Ball gefühlvoll über den herausstürmenden Torhüter der Gäste, Lennart Röder, hob. 1:1-Ausgleich praktisch mit dem Pausenpfiff.

In der zweiten Hälfte dann ein anderes Bild. Die Gäste rannten nun bei weitem nicht mehr so an, schienen den Glauben verloren zu haben und offenbarten nun, warum man in der Saarlandliga dem Rest der Liga nur hinterherhechelt. Der Torwartwechsel in der Pause dürfte hierfür Sinnbild genug sein. Ideenloses Spiel in die Breite und nur noch wenige Abschlüsse waren das Ergebnis. So musste eine Einzelaktion (64.) die Partie entscheiden, als Rouven Osthoff den sich bietenden Raum nutzte und mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck auch David Kihl-Wiesen beim 1:2 keine Chance ließ.

Unsere Team hatte den Gegner nun aber deutlich besser im Griff, konnte endlich auch die Nervosität ablegen. So stand unsere neu formierte Abwehr um Sascha Vesquet und Carsten Munz nun viel besser, gewann die meisten Zweikämpfe und arbeitete sich so mehr und mehr ins Spiel. Marc Becker, unaufhöhrlicher Antreiber in der Zentrale, Benni Schadt als weiterer Abräumer und Sebbi Fay, der nach dem Rückstand in die Offensive wechselte verlagerten nun zusehends das Spiel in die andere Spielhäfte. Und auch wenn wir uns nur eine Handvoll Chancen erarbeiten konnten, waren die allemal hochkarätig und hätten ein 2:2 gut und gerne gerechtfertigt. Bischmisheim erstarrte nun vollends und versuchte nur noch über die Zeit zu kommen, Höhepunkt der Rehbockschen Verzweiflung: Die glatt Rote Karte (84.) für Robin Mordiconi nach rüdem Foulspiel an Tobias Hauer.

Am Ende aber schaffte der Saarlandligist den Einzug in die nächste Runde, doch unser umgekrempeltes Team hatte alles gegeben und sich mit jeder Minute der Partie verbessert. Unsere Offensive (Rouven Stupp, Sandro Zaffino und Sebastian Mootz) hatte einen schweren Stand und nur wenige Momente sich in Szene zu setzen, war aber immer beweglich und anspielbereit und arbeitete vorbildlich mit nach Hinten. Der Defensivverbund, der so ja auch noch nie zusammengespielt hat, wurde immer stärker, konnte sich vom Druck befreien und bekam immer mehr Sicherheit. Ergebnis war schließlich auch die Spielverlagerung und das generieren von Chancen, die am Ende ein Remis möglich machten – wenn nicht sogar mehr. Herausragend, vor allem vor der Pause, war jedoch Torwart David Kihl-Wiesen, der gewiss an die zehn Glanzparaden zeigte und sich auf der Tribüne den Beinamen „El Magnetico“ erwarb.

So muss am Ende des Tages auch die Frage unbeantwortet bleiben, die sich unser bereits zitierter unabhängiger Beobachter nach der Partie stellte: „Nur allzu gerne hätte ich gesehen, wie Bübingen heute ohne die vielen Ausfälle ausgesehen hätte.“

Donnerstag, 13. September 2019, 18.30 h, Meerwaldstadion Bübingen, 3. Runde Sparkassenpokal

SV 19 Bübingen – FV Bischmisheim 1:2 (1:1)

SV 19 Bübingen: David Kihl-Wiesen – Sascha Vesquet, Tobias Hauer, Carsten Munz, Benjamin Schadt, Rouven Stupp (71. Antonio Rizzuti), Marc Becker, Sebastian Fay, Sebastian Mootz, Tim Wintrich (45. Mario Winkel), Sandro Zaffino – Trainer: Ricardo Becker
FV Bischmisheim: Lennart Röder (45. Daniel Hahn – Pascal Steinfels, Yannik Jungfleisch, Rouven Osthoff, Robin Mordiconi, Torben Görgen, Christoph Fuhr, Philipp Regitz, Eric Fuhr, Dominik Merk (62. Philipp Häfner), Julian Hollinger – Trainer: Stephan Otte
Schiedsrichter: Jan Frevel (Heusweiler)
Tore: 0:1 Yannik Jungfleisch (3.), 1:0 Sandro Zaffino (45.), 1:2 Rouven Osthoff (64.)
Rot: Robin Mordiconi (84.)

Fotos: Armin Schwambach

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