SG Bübingen C2 – „Glück auf!“

Besichtigung des Rischbachstollen in St. Ingbert

Von Markus Klingler

Das spielfreie Wochenende nutzte die Truppe von Stefan Fay um das Besucherbergwerk Rischbachstollen zu besichtigen.

Auch außerhalb des Fussballplatzes waren unsere Spieler und Spielerinnen gespannt auf das von unseren Vorfahren hinterlassene Erbe, denn gerade im Saarland war der Bergbau lange Zeit für viele Familien Butter und Brot.

Spieler und Eltern trafen sich am Bergmannsheim wo die Führung begann und wir von dem Tourverantwortlichen erste geschichtliche Informationen und den Ablauf erklärt bekamen. Mit der Bergmannskleidung ausgerüstet, dazu gehörte natürlich Jacke sowie Helm und die dazugehörige Helmbeleuchtung und einer relativ schweren Batterie die mit einem Gürtel befestigt wurde, ging es nun in den mit zehn Grad immer gleich bleibenden Temperatur kühlen Stollen. Der Bergmann sagt dazu natürlich „wir fahren in die Grube ein“. Dass wir ohne die Beleuchtung nur eine kleine Chance hätten den Ausgang wiederzufinden, erfuhren wir erst dann als alle mal ihre Helmleuchten ausschalteten

An vielen Stationen wurde uns erklärt wie die Kohle abgebaut und über Tage transportiert wurde. Ob mit Schlägel und Eisen oder später mit Druckluft funktionierenden Hämmern konnten wir sogar selbst Hand anlegen um festzustellen, welch mühselige Arbeit dies war um das schwarze Gold aus der Erde zu bekommen. Bohren, sprengen, abstützen….Stollenausbau und Schlagwetterschutz waren interessante Themen die jung und alt faszinierten.
Überraschenderweise sind noch heute viele Wörter der Bergmannssprache in unserem Sprachgebrauch die jedoch nach und nach auch verschwinden.

„Vor Ort“ ist noch ein Begriff der sich bis heute durchsetzte. Jedoch woher kommt die Redewendung „Vor die Hunte/Hunde gehen“? Dies wurde von dem alten Grubenwagen abgeleitet. Wenn in alten Zeiten ein Bergmann schlecht gearbeitet hatte, musste er zur Strafe die Hunte ziehen; so kam jeder, den das Erdenglück verlassen hatte, „vor die Hunte“. Aber was machte ein Bergmann nur wenn er auf´s Klo musste? Die Bergleute konnten zur Verrichtung ihrer Notdurft ja nicht einfach wieder aus der Grube ausfahren. Tja….die heutigen Dixiklos waren damals einfache Scheißkübel die jedoch auch geleert werden mussten. Da dies verständlicherweise keiner machen wollte wurde dieser Job am schwarzen Brett ausgeschrieben und fürstlich belohnt. Der Bergmann, der diese Kübel reinigen musste, wurde mit einem besonderen Titel bedacht: „Kübelmajor“.

Mit all diesem Wissen fuhren wir dann wieder aus der Grube aus. Mit einem Kaltgetränk spülten wir nun noch den Staub von der Lunge und blickten auf ein gelungenes Event zurück. Dem ein oder anderen „Jochnagel“ wird dieser Ausflug sicher noch lange in Erinnerung bleiben…. 😂

Weitere Bilder folgen im Laufe der Woche.

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